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Unterwasserrugby: Alles über den faszinierenden Sport unter der Oberfläche – Interview mit Jannik Graf
Am Wochenende gibt’s mal einen ganz anderen Einblick: Jannik Graf, Spieler beim DUC Krefeld, erzählt, wie es wirklich beim Unterwasserrugby zugeht. Wer jetzt denkt, das ist wie Rugby unter Wasser mit ein bisschen Wasserball gemischt, der hat gleich was zum Staunen. Es ist nämlich ganz anders, als man sich das vorstellt.
Wichtigste Punkte aus dem Interview
- Unterwasserrugby ist eine schnelle, körperbetonte Teamsportart im tiefen Becken.
- Gespielt wird 6 gegen 6 mit bis zu 12 Spielern pro Team (inklusive Auswechselspieler).
- Kommunikation unter Wasser ist ganz anders – alles erfolgt über Zeichen und Berührungen.
- Der dreidimensionale Raum bringt viele neue Herausforderungen.
- Die Sportart wächst international, insbesondere in Deutschland und Kolumbien.
Was ist Unterwasserrugby eigentlich?
Mal ehrlich, viele haben das bestimmt noch nie live gesehen, geschweige denn davon gehört. Unterwasserrugby wird – Überraschung – im Wasser gespielt. Aber was steckt da dahinter?
Gespielt wird in einem 3,80 Meter tiefen Becken. In jedem Team sind zwölf Leute, sechs davon gleichzeitig im Wasser. Genauso wie beim Eishockey gibt’s Wechsel auf Zuruf, also "fliegend". Die Ausrüstung erinnert an Schnorchelabenteuer: Flossen, Maske, Schnorchel und Wasserballkappe mit Ohrenschutz. Ein besonderes Feature ist der Ball, gefüllt mit Salzwasser, der im Wasser sinkt – das ist super wichtig, sonst würde der Ball halt einfach oben treiben.
Das Ziel? Den Ball in einen am Beckenboden befestigten Metallkorb befördern. Der Ball ist ungefähr so groß wie ein Handball und lässt sich bequem in einer Hand halten. Gespielt wird mit ordentlich Körpereinsatz, es ist eine Vollkontaktsportart.
Die Regeln und der Spielablauf
Wer denkt, das ist alles chaotisch, täuscht sich. Die Regeln sind klar:
- Zwei Teams, jeweils 6 Spieler im Wasser, 6 draußen
- Spielzeit: Zwei Hälften à 15 Minuten, 5 Minuten Pause
- Bei Gleichstand: Golden Goal und notfalls Strafwurf (Unterwasser-Elfmeter)
- Ein Tor zählt, wenn der Ball komplett im Korb liegt
Schiedsrichter (zwei unter Wasser, einer über Wasser) sorgen für Ordnung und zeigen Tore mit Lichtern und Signal an. Die Anzeige gibt’s über Wasser zum Checken während kurzer Verschnaufer an der Bank.
Training: Anders, aber doch wie jede Teamsportart
Fragt man Jannik, wie sie trainieren, klingt das erstmal nach allen anderen Teamsportarten: Aufwärmen, Technik, Taktik, Spielzüge einstudieren, am Ende gibt’s oft noch Unterwasser-Elfmeter.
Nur das Ganze eben dreidimensional und unter Wasser. Die eigene Luft anhalten wird geübt, und alles muss gut besprochen werden, weil Kommunikation unter Wasser wenig mit Reden zu tun hat. Da wird kurz gestoßen, am Bein gezupft oder ein Zeichen gegeben.
Der Teamzusammenhalt ist dabei super wichtig, denn oft reicht schon ein kurzer Blick oder eine Berührung, um zu wissen, was Sache ist.
Spielgefühl: Schwerelos und komplett ungewohnt
Wer vorher nur Fußball, Handball oder andere "zweidimensionale" Ballsportarten gespielt hat, muss erstmal umdenken. Hier geht es rauf, runter, schräg, durchs Wasser gleiten – und das mit vollem Einsatz. Man bleibt im Schnitt etwa 15–20 Sekunden unter Wasser, dann kurz auftauchen, atmen, wieder rein. Wer angreift, ist häufiger draußen und muss blitzschnell reagieren.
Tabelle: Ein grober Trainingsablauf
| Phase | Dauer | Was passiert |
|---|---|---|
| Aufwärmen | 30 Minuten | Schwimmen, Lockerung |
| Torangriffe | 10 Minuten | Zielgerichtetes Üben |
| Taktik-Spielzüge | 15 Minuten | Theorie & Praxis |
| Spielsituationen | 30 Minuten | Ansätze, Angriffe |
| Schluss-Strafwürfe | 10 Minuten | "Elfmeter"-Training |
Zuschauer und internationale Szene
Wer ein Unterwasserrugby-Spiel sehen will, guckt heutzutage am besten Streams. Die Technik ist in den letzten Jahren immer besser geworden: Mehrere Unterwasser- und Überwasserkameras, Kommentator, alles wie bei "großen" Sportarten. Bei deutschen Meisterschaften oder internationalen Events kann man mittlerweile richtig was erkennen und mitfiebern.
Deutschland ist eines der stärksten Länder im Unterwasserrugby, aber auch Kolumbien, Skandinavien und andere europäische Länder sind vorne mit dabei. Weltmeister sind aktuell die Kolumbianer – bei Damen und Herren.
Herausforderungen und Zukunft
Der Sport ist einzigartig, aber die Hürden für den Nachwuchs sind nicht klein: Hallenbäder sind rar, Ausrüstung kostet, und viele Kinder schwimmen kaum noch richtig. Trotzdem wird viel für die Jugend getan, etwa durch Social Media, Schnuppertrainings und spezielle Jugendarbeit. Es gibt sogar Pläne, Unterwasserrugby bei den World Games zu testen – vielleicht klappt’s irgendwann mit noch mehr Sichtbarkeit.
Fazit: Ein echter Blickfang unter Wasser
Unterwasserrugby klingt erst seltsam, macht aber richtig Laune, wenn man drin ist – egal ob Spieler oder Fan vorm Livestream. Es ist schnell, fordernd und anders als alle anderen Teamsportarten. Falls ihr mal reinschauen wollt, sucht einfach nach "EUWRL Krefeld" bei YouTube, da bekommt man einen echten Eindruck von der Action unter Wasser. Wer also nach etwas Neuem sucht: Einfach ausprobieren!
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