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Sportstunde – Interview komplett Nina Baltromeit, Galopprennsport erste Derbysiegerin der Geschichte

Es war ein historischer Moment im Galopprennsport: Nina Baltromeit gewann als erste Frau das deutsche Derby. In der 156. Austragung dieses prestigeträchtigen Rennens setzte sich eine Frau an die Spitze, und Nina ist nun hier, um darüber zu sprechen. Sie teilt, wie sich ihr Leben seit diesem unglaublichen Erfolg verändert hat.

Die Nachwirkungen des Sieges

Nina beschreibt, dass sich vor allem äußerlich viel geändert hat. Der Andrang von außen, die vielen Interviewanfragen – all das sei "echt Wahnsinn". Sie hat das Wort "Wahnsinn" in den Tagen nach dem Derby gefühlt tausendmal benutzt, weil ihr einfach kein anderes Wort einfällt, um die Flut an Zuspruch und Anfragen zu beschreiben. Auf der Arbeit habe sich für sie persönlich jedoch wenig geändert. Sie vergleicht die Situation mit Hollywood, aber nicht auf eine kitschige Art, sondern eher als eine schöne, vom Leben geschriebene Geschichte, die besser ist als jedes Drehbuch.

Der Weg zum Derby

Bevor es nach Hamburg ging, war der Plan mit dem dreijährigen Hengst Hochkönig eher nüchtern. Nina war vor allem froh, überhaupt am Derby teilnehmen zu dürfen, eine riesige Ehre und ein Zeichen des Vertrauens von Besitzern und Trainerin. Zwar wusste sie, dass Hochkönig ein gutes Pferd ist und sie vorne mitmischen könnten, aber dass es tatsächlich für den Sieg reichen würde, damit rechnete sie nicht direkt. Das Derby schreibt eben seine eigenen Gesetze.

  • Der Traum vom Sieg: Nina gesteht, dass sie den Traum vom Sieg hatte, aber erst, als sie vor dem Rennen von vielen Leuten darauf angesprochen wurde. Die Frage "Was wäre wenn?" kam auf, und sie erlaubte sich, auf dem Podium zu stehen.
  • Die Stimmung vor dem Start: Hochkönig war wie immer, vielleicht ein bisschen aufgeregter wegen der ersten Reise mit Übernachtung, aber er ist ein sehr cooler Typ. Nina selbst war erstaunlich ruhig, nur mit einer gesunden Anspannung, aber ohne übermäßige Nervosität. Sie konnte sich gut fokussieren und die Außenwelt ausblenden.

Die Konkurrenz und das Rennen

Seit 1979 dürfen Frauen im Galopp in Hamburg mitreiten, und seitdem haben nur elf Frauen daran teilgenommen. Nina hatte nicht das Gefühl, dass die Konkurrenz sie belächelt hätte. Vielmehr nahmen sie sie als ernstzunehmende Konkurrentin wahr, die auch die Leistung des Pferdes sah. Sie freuten sich mit ihr, dass sie die Chance bekam.

Das Rennen selbst war spannend. Nach dem Start war Nina zunächst am Ende des Feldes. Sie erinnerte sich an die Worte der Chefin, nicht von letzter Stelle zu starten, aber in dem Moment musste sie auf sich und das Pferd vertrauen. Sie konnte eine gute Position finden, da Hochkönig gut galoppierte und gut zu handhaben war. Das Tempo wurde etwas ruhiger, was ihr half, aufzuschließen. Die freie Bahn innen spielte ihnen in die Karten. Sie spekulierte auf eine Lücke auf der Außenseite, und obwohl viele Pferde vor ihr waren, fand sie die Lücke und nutzte sie.

Der Zieleinlauf und die Emotionen

Das Rennen war extrem knapp, ein Fotofinish mit nur einem halben Kopf Unterschied. Nina wusste im ersten Moment nicht, ob sie gewonnen hatte. Sie hoffte es, war aber so im Fokus, dass sie die Ziellinie kaum wahrnahm. Als ihr ein Kollege nach dem Ziel schon gratulierte, wuchs die Hoffnung. Die anderen hatten es auch nicht sofort gesehen und fragten sie. Erst als sie anhielt, sich umdrehte und die Tribüne bebte, wusste sie, dass sie es geschafft hatten. Die Reaktion der Menge war atemberaubend und pure Gänsehaut.

Die Emotionen waren eine Achterbahn: überwältigt, schockiert, riesig gefreut – alles gleichzeitig. Freudentränen, Schock, Schreie vor Freude – es war eine Mischung aus allem.

Nach dem Sieg: Was nun?

Nina hat das Rennen seitdem unzählige Male angesehen und bekommt immer noch Gänsehaut davon. Sie glaubt auch, dass Hochkönig gemerkt hat, dass er etwas Besonderes geleistet hat. Er stolzierte herum, als wäre er der Größte, und genoss die Aufmerksamkeit. Er hat einen tollen Charakter und ist etwas Besonderes.

Das Preisgeld ist beträchtlich. Hochkönig bekam nach seiner Rückkehr eine gebührende Begrüßung im Stall, viel Ruhe, leichte Bewegung, Leckereien und natürlich viel Lob. Nina selbst feierte ihren 50. Sieg, und ausgerechnet der Derby-Sieg machte es zu einem besonderen Jubiläum.

Wichtige Erkenntnisse

  • Erster Frauensieg im Derby: Nina Baltromeit schrieb Geschichte als erste Frau, die das deutsche Derby gewann.
  • Unerwarteter Erfolg: Trotz guter Vorbereitung war der Sieg eine Überraschung, die zeigt, dass das Leben oft schönere Geschichten schreibt als Hollywood.
  • Mentale Stärke: Nina bewies beeindruckende mentale Stärke, indem sie sich vor dem Rennen fokussierte und die Nervosität minimierte.
  • Teamwork: Die Beziehung zu ihrer Trainerin Jasmin Almräder, die sie seit ihrer Kindheit kennt, ist von gegenseitigem Vertrauen und Unterstützung geprägt.
  • Vorbildfunktion: Nina ist sich ihrer neuen Rolle als Vorbild bewusst, besonders für junge Mädchen im Galopprennsport.
  • Zukunftspläne: Die Titelverteidigung im nächsten Jahr und der Traum vom Arc de Triomphe in Paris sind die nächsten großen Ziele.

Nina ist noch eine Auszubildende, hat aber bereits bewiesen, dass sie die erfahrenen Reiter schlagen kann. Sie hatte eine Pause vom Sport eingelegt, auch wegen Gewichtsproblemen und nach einem Schicksalsschlag mit ihrem Vater, aber sie ist zurückgekommen und hat mit einem Sieg auf ihrer eigenen Stute "Blut geleckt".

Die Arbeit geht weiter, die Saison ist noch nicht vorbei, und Nina muss sich an den neuen Trubel und die Aufmerksamkeit gewöhnen. Sie ist kein Mensch, der gerne im Mittelpunkt steht, aber sie hat gelernt, damit umzugehen. Ihr nächstes großes Ziel ist die Titelverteidigung im nächsten Jahr, und ein großer Traum ist der Arc de Triomphe in Paris. Sie nimmt alles an, was kommt, und der Weg mit Hochkönig ist ihr im Moment am wichtigsten. Sie ermutigt andere, dass Träume schnell wahr werden können.

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