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Sportstunde – Interview komplett Moritz Ebert, Beachhandball Torwart, Gold World Games und Europameister

Moritz Ebert, der Weltbeste Beachhandball-Torwart, war zu Gast in der "Sportstunde". Nach dem Gewinn der Goldmedaille bei den World Games in China und der Europameisterschaft in der Türkei sprach er über seine Erfahrungen, die Herausforderungen und die Zukunft des Beachhandballs.

Wichtige Erkenntnisse

  • Trotz Rückstand zum Sieg: Im Finale gegen Portugal lag das deutsche Team zur Halbzeit zurück, konnte das Spiel aber dank starker Mentalität und einer Aufholjagd noch drehen und im Shootout gewinnen.
  • Individuelle Auszeichnung: Moritz Ebert wurde für seine Leistung bei den World Games ins Allstar-Team nominiert.
  • Harte Bedingungen: Die Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit in China stellten eine große Herausforderung dar, die das Team aber gut meisterte.
  • Entwicklung des Sports: Beachhandball hat in Deutschland eine bemerkenswerte Entwicklung durchgemacht und gewinnt an Popularität.
  • Duale Karriere: Viele Beachhandballer, darunter auch Ebert, verfolgen neben dem Sport eine berufliche Laufbahn.

Der Weg zum Titel bei den World Games

Das Finale gegen Portugal war ein echtes Nervenspiel. "Die Portugiesen haben ihr bestes Spiel gezeigt", so Ebert. "Wir hatten im Angriff wenig Lösungen und der gegnerische Torwart hat reihenweise Bälle gehalten." Nach einem deutlichen Rückstand zur Halbzeit kämpfte sich das deutsche Team zurück und gewann das Spiel im Shootout. Ebert selbst konnte den entscheidenden Ball halten und trug maßgeblich zum Erfolg bei. "Das war ein mega Gefühl, den entscheidenden Ball gehalten zu haben", sagte er.

Besonders stolz ist Ebert auf seine Leistung in den Shootouts während des gesamten Turniers. "Das war schon wirklich mein bestes Turnier, was die Shootouts betrifft", so der Torwart. Er beschreibt, wie er sich auf jeden Schützen vorbereitet, aber im entscheidenden Moment versucht, möglichst wenig nachzudenken und einfach auf die Bewegungen zu reagieren.

Herausforderungen und Mentalität

Die Bedingungen in China waren extrem: Temperaturen zwischen 35 und 38 Grad Celsius bei hoher Luftfeuchtigkeit. "Das ist wirklich unfassbar anstrengend", meinte Ebert. "Man muss einfach das Beste geben." Die Vorbereitung auf solche Bedingungen sei wichtig, und das Team habe durch Trainingslehrgänge in heißen Regionen eine gute Resilienz aufgebaut.

Die Mentalität des Teams wurde besonders im Finale deutlich. "Wir geben niemals auf, glauben immer an unsere Chancen", erklärte Ebert. Diese Einstellung habe sich auch bei früheren Turnieren wie der EM gezeigt.

Die Entwicklung des Beachhandballs

Moritz Ebert blickt auf eine beeindruckende Entwicklung im deutschen Beachhandball zurück. Als er mit dem Sport begann, war das Interesse noch gering. "Ich dachte am Anfang, das wäre irgendein Witz", erinnert er sich an seine erste Einladung zur Jugendnationalmannschaft. Heute sei die Resonanz eine ganz andere. Erfolge wie die EM- und World-Games-Titel tragen dazu bei, den Sport bekannter zu machen. "Ich habe das Gefühl, es wird viel mehr an die breite Masse getragen", so Ebert.

Er sieht großes Potenzial für den Beachhandball, insbesondere wenn er olympisch wird. "Das wäre dann wirklich der nächste Schritt, um halt wirklich der breiten Masse mal zu zeigen, okay, was ist diese Sportart?", hofft er.

Unterschiede zwischen Halle und Sand

Ebert, der auch in der Halle aktiv war, sieht deutliche Unterschiede zum Beachhandball. "In der Halle gibt es viel öfter Würfe aus dem Rückraum", erklärt er. Im Beachhandball seien die Würfe meist aus der Nahdistanz. Die Komponente Sand spiele eine riesige Rolle, da sie andere Bewegungsmuster und einen größeren Widerstand erfordere. "Das ist viel anstrengender für die ganze Beinmuskulatur", sagt er.

Auch die Spinshots und Kempa-Tricks seien im Beachhandball eine besondere Herausforderung, auf die man sich vorbereiten müsse. Auf die Frage, ob er als Hallen-Torwart in der Bundesliga bestehen könnte, antwortet er realistisch: "Ich glaube, dass ich den einen oder anderen Ball vielleicht mal halten würde. Allerdings ist das natürlich nicht auf dem Level, wo die Jungs da agieren."

Persönliche Zukunft und Beachhandball-Gemeinschaft

Nach einem intensiven Sommer mit EM und World Games steht für Ebert nun eine neue Herausforderung an: Er sucht einen neuen Verein in der Schweiz, da sein bisheriger Club insolvent gegangen ist. Parallel dazu beginnt er eine Teilzeitarbeit in Zürich, um seine duale Karriere voranzutreiben. "Mir ist immer die duale Karriere sehr, sehr wichtig gewesen", betont er.

Er hebt die besondere Gemeinschaft im Beachhandball hervor. "Es gibt keine Gehälter, es wird viel von den Spielern selbst gezahlt", erklärt er. "Das zeigt einfach noch mal das Besondere an dem Beach, weil es so viele Leute gibt, die auch bereit sind, dafür zu zahlen." Diese Gemeinschaft und die entstandenen Freundschaften seien etwas Einzigartiges.

Zum Abschluss gab er noch einen Tipp gegen den Sand im Hotelzimmer: "Duschen, so einfach wie es klingt." Er selbst kämpft damit, da er schnell schwitzt und der Sand dann noch mehr kleben bleibt. "Man findet auch noch zwei Wochen nach so Turnieren ab und an ein Sandkorn irgendwo", lacht er.

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