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Sportstunde – Interview komplett Arvin Schröder, Felix Strohmeier, Droneracing
Arvin Schröder und Felix Strohmeier sind zu Gast in der Sportstunde, um über ihre Leidenschaft für den Drohnenrennsport zu sprechen. Dieser aufstrebende Sport, der auch als Luftsport bezeichnet wird, hat es sogar in die World Games geschafft. Die beiden jungen Athleten teilen ihre Anfänge, die technischen Aspekte und ihre Erfahrungen auf dem Weg zu diesem internationalen Wettbewerb.
Wie alles begann
Sowohl Arvin als auch Felix kamen durch ihr technisches Interesse zum Drohnenrennsport. Felix erzählte, dass er schon immer gerne mit Modellen, sei es Autos oder Boote, gebastelt hat. Als sie Drohnenrennen auf Social Media sahen, wollten sie es selbst ausprobieren. Anfangs nutzten sie einfache Drohnen aus dem Supermarkt, rüsteten sie mit Kameras aus und flogen sie mit Videobrillen durch den Garten. Das war der Beginn einer Leidenschaft, die 2021 zu ihrem ersten Rennen führte.
Arvin brachte seine Erfahrung im Modellflug mit und stieß über Bekannte auf den Drohnenrennsport. Während des Corona-Lockdowns 2020 baute er seine erste eigene Drohne und bestritt 2021 sein erstes Rennen.
Von der Supermarkt-Drohne zur Profi-Maschine
Die Drohnen, die sie heute für Rennen nutzen, sind weit entfernt von den einfachen Modellen, mit denen sie angefangen haben. Sie bauen ihre Drohnen selbst aus Einzelteilen zusammen, um sie genau nach ihren Wünschen zu gestalten. Die Flugerfahrung ist dabei eine ganz andere. Während die ersten Drohnen eher zum Schnuppern gedacht waren, sind die heutigen Renndrohnen deutlich leistungsfähiger und präziser zu steuern. Das Flugprinzip und die Steuerung sind komplett anders als bei den einfachen Supermarktmodellen.
FPV – Die Notwendigkeit der Immersion
Ein wichtiger Aspekt des Drohnenrennsports ist das Fliegen mit FPV-Brillen (First Person View). Beide Athleten sind von Anfang an mit diesen Brillen geflogen. Sie betonen, dass es ohne die Brillen bei den hohen Geschwindigkeiten und den engen Strecken gar nicht möglich wäre, die Drohnen richtig zu sehen und zu steuern. Die FPV-Brille ist also kein Gimmick, sondern eine absolute Notwendigkeit für diesen Sport.
Die Technik hinter den Drohnen
Bei den Renndrohnen gibt es viele bekannte Marken, die Teile für fast jeden Aspekt der Drohne anbieten. Die Komponenten wie Kamera, Rahmen, Motor und Akku sind alle auf einem sehr hohen Niveau und die Unterschiede sind oft nur noch gering. Die Entwicklung stagniert derzeit ein wenig, da die Grenzen des technisch Machbaren fast erreicht sind. Das bedeutet aber auch, dass die Piloten viel Zeit in die Optimierung und Wartung ihrer Drohnen investieren müssen. Das ist vergleichbar mit der Formel 1, wo ständig getestet und verbessert wird. Sie haben oft mehrere Drohnen und müssen vor jedem Rennen sicherstellen, dass alle Verbindungen und Teile einwandfrei funktionieren. Wenn neue Komponenten herauskommen, müssen oft alle Drohnen umgerüstet werden, was viel Zeit und Arbeit bedeutet.
Wichtige Komponenten und ihre Auswirkungen:
- Kamera: Beeinflusst die Bildqualität und damit die Sicht des Piloten.
- Frame (Rahmen): Bestimmt die Stabilität und Wendigkeit der Drohne.
- Motor: Sorgt für die nötige Leistung und Geschwindigkeit.
- Akku: Liefert die Energie und beeinflusst die Flugzeit.
Der Weg zu den World Games
Die Teilnahme an den World Games ist ein großer Erfolg für den Sport und für die Athleten selbst. Der Qualifikationsweg war für sie, als beste Freunde, ein gemeinsames Erlebnis. Die Nominierung war zwar schon relativ klar, aber der Moment, als es offiziell wurde, war dennoch besonders. Das Drumherum mit der Einkleidung durch das DOSB (Deutscher Olympischer Sportbund) ist für den Sport Neuland und etwas, das sie sehr positiv wahrnehmen. Sie freuen sich auf die Teilnahme in China.
Die Zukunft des Drohnenrennsports
Die Zukunft des Drohnenrennsports als TV-Sport oder als Teil von Drohnenshows ist noch ungewiss. Der Sport ist schwer als reiner Zuschauersport zu etablieren, da die Drohnen sehr klein und schnell sind. Es gibt zwar Organisationen wie die Drone Racing League, die versucht haben, den Sport mit großen Shows und vielen LEDs in Stadien zu bringen, aber auch die Multi GP, die ein offenes Konzept verfolgt, bei dem jeder eigene Renn-Chapter gründen kann. Ob dies der Schritt ins große Geschäft ist, bleibt abzuwarten. Aktuell sehen sie die World Games als das Größte, was man im Drohnenrennsport erreichen kann.
Das Niveau in Deutschland im Vergleich
Deutschland hinkt im internationalen Vergleich leider etwas hinterher. Es gibt nicht viele herausragende Top-Piloten im Land. Länder wie Frankreich, Südkorea und China sind hier stärker vertreten. Die USA haben zwar auch eine starke Szene, aber die Teilnahme an den World Games wird durch die Fokussierung auf andere Formate wie Multi GP beeinflusst.
Einstieg in den Drohnenrennsport
Wer mit Drohnenrennen anfangen möchte, braucht sowohl technisches Verständnis als auch gute Gaming-Skills. Viele Piloten beginnen heute im Simulator, um ihre Reaktionen und die Ideallinie zu trainieren, bevor sie überhaupt eine echte Drohne in der Hand hatten. Programme wie "Velocidrone" sind dafür sehr beliebt. Man kann seine Fernbedienung per USB-Kabel an den PC anschließen und wie einen Controller nutzen. Es ist wichtig, sich selbst beizubringen, wie man die Drohnen repariert und optimiert, da es keine einfachen Kurse gibt. Die Community ist zwar sehr hilfsbereit, aber der Einstieg erfordert viel Eigeninitiative, YouTube-Tutorials und Übung.
Training und Rennalltag
Das Training findet sowohl draußen auf Parcours als auch im Simulator statt, besonders wenn es um das Üben von sehr großen oder komplexen Strecken geht, wie sie zum Beispiel in China für die World Games zu finden sind. Trainiert werden einzelne Elemente, die Ideallinie und die schnellste Art, eine Strecke zu bewältigen. Ein Rennwochenende kann mehrere Tage dauern und beinhaltet neben Training und Qualifikation auch viel Bürokratie, wie die Registrierung und Überprüfung der Drohnen. Der Stress vor und nach den Rennen ist hoch, da die Technik perfekt funktionieren muss und auch die mentale Verfassung eine große Rolle spielt.
Was die Piloten nebenbei machen
Neben dem intensiven Training und den Rennen bleibt wenig Zeit für andere Hobbys. Schule ist ein wichtiger Teil ihres Lebens. Felix spielt Klavier, was gut für die Fingerfertigkeit ist, und Arvin spielt Eishockey, was die Reaktionsschnelligkeit trainiert. Beides sind Fähigkeiten, die auch im Drohnenrennsport von Vorteil sind. Sie organisieren sogar selbst ein Drohnenrennen, was zusätzlichen Aufwand bedeutet.
Sportliche Ziele
Ihre sportlichen Ziele sind vielfältig. Sie haben bereits eigene Drohnendesigns entwickelt und träumen davon, eine eigene Rennserie zu veranstalten, falls es mit den aktuellen Veranstaltern in Deutschland nicht klappt. Allerdings bedeutet die Organisation einer eigenen Serie auch, dass sie selbst nicht mehr aktiv mitfliegen können. Aktuell liegt der Fokus aber klar auf dem Fliegen und den Wettkämpfen.
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