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Sportstunde – Interview komplett Antonia Niedermaier, radrennsportlerin
Antonia Niedermaier, eine aufstrebende Radsportlerin, teilt ihre faszinierende Reise vom Skibergsteigen zum Profi-Radsport. Ursprünglich in der Leichtathletik und im Skibergsteigen erfolgreich, fand sie durch Zufall während der Corona-Pandemie zum Radsport. Ein unerwarteter Erfolg bei ihrer ersten bayerischen Meisterschaft ebnete den Weg für eine vielversprechende Karriere.
Vom Schnee auf den Asphalt
Antonia Niedermaiers sportliche Wurzeln liegen nicht im Radsport. Sie begann mit Leichtathletik, genauer gesagt mit Bergläufen und 10-km-Läufen. Mit 15 oder 16 Jahren wechselte sie zum Skibergsteigen, wo sie schnell Erfolge feierte und bei ihrer ersten Weltmeisterschaft gleich den dritten Platz belegte. Dieser Erfolg markierte den Beginn ihrer sportlichen Laufbahn.
Der Wechsel zum Radsport war eher ein glücklicher Zufall. Während des Corona-Jahres, als viele Wettkämpfe ausfielen, suchte Antonia nach einer Alternative, um im Wettkampfmodus zu bleiben. Ihr Vater schlug vor, ein Radrennen mitzufahren. So bestritt sie ihre erste bayerische Meisterschaft, bei der sie überraschend den zweiten Platz belegte. Zwar wurde sie wegen einer falschen Übersetzung disqualifiziert, doch dieser Auftritt weckte das Interesse eines Juniorenteams, das ihr anbot, für sie zu fahren. Ab 2021 fuhr sie für das Juniorenteam Mangazeder und entdeckte schnell ihre Leidenschaft für den Radsport.
Wichtige Erkenntnisse
- Antonia Niedermaier wechselte vom Skibergsteigen zum Radsport.
- Ihr erster Erfolg im Radsport war ein zweiter Platz bei der bayerischen Meisterschaft, gefolgt von einer Disqualifikation wegen falscher Übersetzung.
- Sie mag sowohl Bergzeitfahren als auch Zeitfahren auf der Ebene.
- Ihr erster Giro d’Italia Donne war ein großer Erfolg mit einem Etappensieg.
- Sie ist U23-Zeitfahrweltmeisterin.
- Sie plant, an der WM in Ruanda teilzunehmen und den Giro d’Italia Donne im nächsten Jahr erneut zu bestreiten.
- Sie schätzt die Entwicklung des Frauenradsports sehr.
- Reitsport ist ihr wichtiges Hobby und Ausgleich.
- Sie rät jungen Sportlerinnen, Spaß an der Sache zu haben und sich nicht unter Druck setzen zu lassen.
Die Faszination des Radsports
Was Antonia am Radsport begeistert, ist die Vielseitigkeit. Sie liebt die Berge und das Gefühl, dort unterwegs zu sein, sei es mit dem Rad, zu Fuß oder auf Skiern. Gleichzeitig hat sie eine Vorliebe für Zeitfahren entwickelt. Diese Disziplin empfindet sie als besonders ehrlich, da man nur gegen die Uhr fährt und sich auf sich selbst konzentrieren kann. Diese Mischung aus Naturerlebnis und individuellem Wettkampf macht den Radsport für sie so reizvoll.
Ein unerwarteter Triumph beim Giro
Der Giro d’Italia Donne 2023 war für Antonia ein Meilenstein. Es war ihre erste Grand Tour und ihr erstes Profi-Rennen überhaupt. Der Gewinn einer Etappe war für sie überwältigend und unerwartet. Sie konnte die Aufmerksamkeit und den Erfolg zunächst kaum fassen. Besonders die Etappe, die sie gewann, war spannend. Nach einem frühen Abfallen am ersten Berg kämpfte sie sich zurück zur Gruppe und entschied sich dann, eine Attacke zu wagen. Obwohl sie selbst nicht fest daran glaubte, das Rennen zu gewinnen, gab sie bis zum Schluss alles. Selbst als sie die Ziellinie überquerte, war sie noch etwas verwirrt und konnte den Erfolg kaum realisieren.
Zeitfahren vs. Straßenrennen
Als U23-Zeitfahrweltmeisterin hat Antonia eine klare Präferenz für das Zeitfahren. Sie schätzt die Ehrlichkeit dieser Disziplin, bei der äußere Einflüsse wie Wind oder Platten zwar eine Rolle spielen, aber die Taktik und das Teamwork des Straßenrennens fehlen. Dennoch genießt sie auch Straßenrennen, gerade wegen des taktischen Aspekts und des Teamworks. Sie kann sich nicht entscheiden, was ihr lieber ist, da beide Disziplinen ihre eigenen Reize haben.
Zukünftige Ziele und Herausforderungen
Für die Zukunft hat Antonia klare Ziele. Sie möchte bei der Weltmeisterschaft in Ruanda gut abschneiden und hofft, dort aufs Podium zu fahren. Auch die Tour de France Femmes steht auf ihrer Liste, auch wenn sie dieses Jahr pausiert hat, um sich nach dem Giro zu erholen. Ein weiteres wichtiges Ziel ist die Vuelta, ein Etappenrennen, bei dem sie vorne mitmischen möchte. Die WM in Ruanda stellt eine besondere Herausforderung dar, da das feuchtwarme Klima dort für europäische Athleten ungewohnt ist. Sie bereitet sich bestmöglich vor, weiß aber, dass die Erfahrung vor Ort entscheidend sein wird.
Die Rolle als Leaderin
Die neue Rolle als Leaderin im Team ist für Antonia eine Umstellung. Sie ist eher zurückhaltend, wenn es darum geht, ihre Bedürfnisse zu äußern. Doch durch die jahrelange Erfahrung im Team hat sie gelernt, diese Rolle auszufüllen. Sie legt großen Wert auf eine gute Teamatmosphäre und offene Kommunikation, damit sich alle wohlfühlen und ihre Anliegen äußern können. Sie sieht sich als eine Art Klassensprecherin im Team, die dafür sorgt, dass die Stimmung gut bleibt.
Entwicklung im Frauenradsport
Antonia ist begeistert von der rasanten Entwicklung des Frauenradsports. Sie ist zur richtigen Zeit in den Sport eingestiegen, als bereits Mindestlöhne und eine wachsende Professionalität Einzug hielten. Sie beobachtet, wie die Gehälter und die allgemeine Professionalität steigen und wie der Frauenradsport immer beliebter wird. Viele Zuschauer schauen inzwischen lieber Frauenradsport als Männersport, was sie sehr freut.
Vom Skibergsteigen zum Radsport: Ein großer Unterschied
Der Unterschied zwischen Skibergsteigen und Radsport ist enorm. Als Antonia mit dem Skibergsteigen begann, war es ein kleiner Sport ohne große mediale Aufmerksamkeit. Im Radsport hingegen ist alles professionell organisiert, mit Fernsehteams und viel Medienpräsenz. Diese Umstellung war anfangs ein Schock für sie, aber sie hat sich schnell daran gewöhnt. Sie ist dankbar für die professionellen Bedingungen im Radsport, die ihr im Skibergsteigen fehlten, wo jeder Athlet sich selbst um seine Ausrüstung kümmern musste.
Sportliche Träume und Ritterschläge
Ihre größten sportlichen Träume liegen im Radsport. Obwohl Skibergsteigen olympisch geworden ist, hat sie sich vorerst auf den Radsport konzentriert. Sie träumt davon, bei Weltmeisterschaften aufs Podium zu fahren und beim Giro d’Italia Donne im nächsten Jahr vielleicht sogar das Rosa Trikot zu tragen. Olympia, Weltmeisterschaft und die Tour de France sind für sie die ultimativen Ziele. Eine olympische Goldmedaille wäre der größte Traum, aber auch ein Weltmeistertitel oder ein Sieg bei der Tour de France wären ehrenvolle Auszeichnungen.
Ausgleich und Leidenschaft: Reitsport
Wenn Antonia nicht gerade Rad fährt, verbringt sie ihre Zeit am liebsten in den Bergen mit ihrem Hund und ihrem Freund. Auch Mountainbiken gehört zu ihren Hobbys. Ihre größte Leidenschaft ist jedoch der Reitsport. Sie ist mit Pferden aufgewachsen und findet im Umgang mit ihnen einen wichtigen Halt und Ausgleich zum Leistungssport. Turniersport ist nichts für sie, sie genießt das Reiten rein als Hobby.
Rat an junge Sportlerinnen
Ihr Rat an junge Sportlerinnen ist klar: Habt Spaß an dem, was ihr tut! Die Freude und Leidenschaft sind das Wichtigste. Lasst euch nicht von anderen unter Druck setzen und genießt den Sport. Das ist der Schlüssel zum Erfolg.
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