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Paderborns Baseballplatz: Alles über den neuen Kunstrasen

Diese Woche sprechen wir mit Alper Bozkurt, dem Sportdirektor der Paderborn Untouchables, über die Umgestaltung ihres Baseballplatzes. Sie haben den traditionellen Platz in einen Kunstrasenplatz verwandelt, eine Entscheidung, die in Europa eher ungewöhnlich ist. Wir tauchen tief in die Gründe, die Umsetzung und die Erfahrungen mit diesem neuen Belag ein.

Warum Kunstrasen?

Die Entscheidung für einen Kunstrasenplatz war keine leichte. Alper Bozkurt erklärt, dass es in Europa kaum vergleichbare Anlagen gibt. Nach langen Überlegungen und Gesprächen mit Experten aus der Baubranche und dem Baseballbereich in den USA kamen sie zu dem Schluss, dass ein Kunstrasenplatz die sinnvollste Lösung für ihre Bedürfnisse ist. Der Hauptgrund dafür liegt in der aufwendigen Pflege von traditionellen Rasenplätzen, besonders im Baseball, wo Sand und Rasen aufeinandertreffen. Diese Kombination erfordert viel Know-how und Aufwand, um sie in gutem Zustand zu halten. Bei einer intensiven Nutzung von vier bis sechs Stunden täglich, wie sie die Paderborn Untouchables haben, wäre der Pflegeaufwand für einen Naturrasenplatz enorm gewesen.

Wichtige Erkenntnisse:

  • Kunstrasen ist eine pflegeleichtere Alternative zu Naturrasen im Baseball.
  • Die Umstellung erfordert spezielle Kenntnisse und Ausrüstung für die Wartung.
  • Die Technologie hat sich weiterentwickelt, um das Spielgefühl von Naturrasen nachzuahmen.

Die Besonderheiten des Paderborner Kunstrasens

Der Kunstrasen in Paderborn ist kein einfacher Teppich. Er besteht aus etwa drei bis dreieinhalb Zoll langen Fasern, gefüllt mit Quarzsand und einem Topping aus Fichte. Das Besondere ist, dass die Spieler nicht direkt auf den Quarzsand gelangen, da die Fichte als Schutzschicht dient. Das macht auch das Tragen von Metallstollen möglich. Ein wichtiger Unterschied zu Fußballkunstrasen ist eine zusätzliche Zwischenlage, die den Ballabsprung simuliert, um dem Spielgefühl auf Naturrasen möglichst nahe zu kommen. Die Anlage hat sogar unterschiedliche Halmlängen und Füllmengen in verschiedenen Bereichen, um das Spielgeschehen realistisch nachzubilden. Der braune Bereich im Innenfeld hat dichtere Halme und eine Root Zone, die den Ball schneller und höher springen lässt, während der grüne Bereich im Außenfeld den Ball schneller rollen lässt.

Pflege und Wartung

Die Pflege des Kunstrasens erfordert zwar spezielle Routinen, ist aber weniger aufwendig als bei Naturrasen. Einmal pro Woche muss der Platz mit einer speziellen Bürste bearbeitet werden, deren Höhe je nach Kunstrasenhöhe und Füllmenge angepasst werden muss. Stark beanspruchte Bereiche wie der Pitcher’s Mound oder die Schlagmale erfordern sogar noch gezieltere Nacharbeitungen. Hierfür haben die Paderborner Experten aus den USA zurate gezogen und sich das nötige Wissen angeeignet. Sie haben spezielle Rechen und Besen für diese Bereiche angeschafft. Die Anlage ist so konzipiert, dass stark beanspruchte Bereiche wie die Homeplate oder der Pitcher’s Mound mit Klettverschlüssen befestigt sind und bei Bedarf einfach ausgetauscht werden können.

Vorteile und Zukunftsaussichten

Die Umstellung auf Kunstrasen hat sich bereits ausgezahlt. Die Anlage ist wetterunabhängiger und kann auch nach starkem Regen schnell wieder bespielt werden. Dies war bei einem Unwetter der Fall, bei dem das Hauptfeld trotz sintflutartiger Regenfälle nach kurzer Zeit wieder bespielbar war, während andere Plätze unter Wasser standen. Dies macht den Platz auch für internationale Teams attraktiv, wie die österreichische Nationalmannschaft, die dort trainieren möchte. Die Paderborn Untouchables erwarten eine hohe Auslastung im Februar und März, wenn die Naturrasenplätze noch nicht bespielbar sind. Sie sehen sich als Trendsetter für Baseball in Deutschland und glauben, dass viele Vereine diesem Beispiel folgen werden, vielleicht auch nur in Teilen, indem sie beispielsweise nur das Innenfeld mit Kunstrasen ausstatten.

Der Trend geht generell dahin, dass Kommunen und Gemeinden einmalige Investitionen tätigen und die Instandhaltung an die Vereine abgeben. Die Paderborner Anlage ist erst drei Monate alt, aber die Erfahrungen sind bisher sehr positiv. Sie stehen in ständigem Austausch mit den Herstellern und Experten, um die Anlage optimal zu pflegen und weiterzuentwickeln. Die Möglichkeit, Teile des Feldes einfach austauschen zu können, ist ein großer Vorteil. Auch wenn die Technologie sich weiterentwickelt, sind sie gut aufgestellt, um zukünftige Anpassungen vorzunehmen.

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