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Moritz Wirth: Vom Eis zur Kunst – Einblicke eines Eishockey-Profis
Die neue Eishockey-Saison steht vor der Tür und die Vorfreude bei Fans und Spielern ist groß. Moritz Wirth, Spieler des Augsburger EV, teilt seine Gedanken zur bevorstehenden Spielzeit, blickt aber auch auf vergangene Herausforderungen und seine Leidenschaft für Kunst zurück. In einem ausführlichen Gespräch gibt er Einblicke in seine sportliche und persönliche Welt.
Wichtige Erkenntnisse
- Die Vorfreude auf die neue Saison ist riesig, trotz des straffen Spielplans.
- Der Abstieg mit seinem früheren Verein war eine schmerzhafte Erfahrung, die aber auch motiviert hat.
- Mentale Stärke und körperliche Fitness sind im Eishockey entscheidend für schnelle Entscheidungen.
- Der Wechsel nach Augsburg fühlt sich richtig an, mit einem guten Mix aus Tradition und Professionalität.
- Die Kunstszene bietet einen spannenden Ausgleich zum Eishockey, mit einzigartigen Projekten.
- Die Priorität liegt klar auf der Eishockeykarriere, aber die Kunst ist ein wichtiger Teil des Lebens.
Die neue Saison und die Lehren aus der Vergangenheit
Moritz Wirth ist voller Vorfreude auf die kommende Saison. "Die Vorfreude ist riesig", sagt er. Nach viereinhalb Wochen Vorbereitung und noch zwei Spielen vor Saisonstart ist er bereit für den Rhythmus der Deutschen Eishockey Liga (DEL), der oft zwei bis dreimal pro Woche spielt. "Da gibt es auch nicht so viel Zeit, an dem Sieg oder an der Niederlage festzuhalten", erklärt er den schnellen Takt. Der Sommer, der auf dem Papier lang erschien, fühlte sich für ihn "wahnsinnig kurz" an.
Ein dunkles Kapitel seiner Karriere war der Abstieg mit seinem damaligen Verein, der Düsseldorfer EG. "Es war eine Mischung aus Schamgefühl dem Verein und der gesamten Organisation gegenüber", beschreibt er seine Gefühle. Er betont, dass der Abstieg nicht an einzelnen Personen festzumachen war, sondern an vielen kleinen Fehlern. "Es war ein Ergebnis, was nicht an fünf Leuten festzumachen war", so Wirth. Die Zeit über den Sommer hat er genutzt, um das Erlebte zu verarbeiten und mit neuer Motivation in die Zukunft zu blicken. "Ich möchte einfach persönlich nicht mehr sowas empfinden", sagt er entschlossen.
Persönliche Entwicklung und der Wechsel nach Augsburg
Um sich persönlich weiterzuentwickeln, analysiert Wirth seine Schwachpunkte und schlechten Spiele. "Im Teamsport kannst du einfach auch nicht alles beeinflussen", räumt er ein, betont aber die Wichtigkeit, nicht in eine Negativspirale zu geraten. Er hat sich im Sommer besonders auf seine Ausdauer konzentriert, da diese für schnelle Entscheidungen im Spiel entscheidend ist. "Physiologisch gesehen, wenn man eine sehr gute Ausdauer hat, trifft man Entscheidungen einfacher und mit einer anderen Entschlossenheit", erklärt er.
Der Wechsel zu seinem neuen Verein, dem Augsburger EV, war eine bewusste Entscheidung. "Augsburg ist ein mega cooles Umfeld mit einer riesen Tradition und einer Fanbase", schwärmt er. Er hatte die Möglichkeit, in der ersten Liga zu spielen, was für ihn als junger deutscher Spieler "nicht vertan werden" sollte. "Gleichzeitig schielt man ja irgendwo auch auf die weitere Chance, das Nationalmannschafttrikot zu tragen", fügt er hinzu. Rückblickend betrachtet er den Wechsel als die "richtige Entscheidung". Er und seine Freundin fühlen sich in Augsburg sehr wohl und schätzen die Unterstützung, die es ihnen erlaubt, sich auf den Sport zu konzentrieren.
Die Kunst als Ausgleich
Neben seiner Eishockeykarriere hat Moritz Wirth eine große Leidenschaft für Kunst. Sein Vater ist Geigenbauer, und so kam er auf die Idee, Geigen als Leinwand für Künstler zu nutzen. "Das Ganze meinem Vater mal vorgeschlagen und er hat sich sofort bereit erklärt, mir die Instrumente zur Verfügung zu stellen", erzählt er. Mittlerweile arbeitet er mit über 30 Künstlern zusammen, die aus den Geigen und anderen Instrumenten einzigartige Kunstwerke schaffen. "Es macht mir riesig viel Spaß, weil ich immer die Situation habe, dass ich einen Künstler kennenlerne", sagt Wirth. Er schätzt die Überraschung, wenn er das fertige Kunstwerk sieht und die Geschichte dahinter erfährt.
Diese künstlerische Betätigung bietet ihm einen wichtigen Ausgleich zum Sport. "Ich komme auch aus dieser Sportbubble raus und führe Gespräche mit Leuten, die vielleicht überhaupt gar keinen Bock oder Interesse am Sport finden", erklärt er. Er lernt dabei "unheimlich interessante Persönlichkeiten" kennen. Die Kunstszene vergleicht er mit der Sportbranche als "überhaupt nicht" vergleichbar. "Die Kunst ist wahnsinnig umstritten", meint er und spricht von einer "schmalen Elite", die den Markt dominiert. Dennoch findet er die Kunst "unheimlich schön" und schätzt die Möglichkeit, sich aussuchen zu können, was er in diesem Bereich macht.
Ziele für die Zukunft
Für die kommende Saison hat Moritz Wirth klare Ziele: "Für den AV – Top 10 und Playoff-Erlebnisse in Augsburg". Persönlich möchte er "Playoffs spielen", denn "das ist der Grund, warum ich den Sport mache, ist zu gewinnen". Er will seine Rolle in der Mannschaft festigen, besonders im Unterzahlspiel, und sich zu einem "Top-Vier-Verteidiger" in Augsburg entwickeln. Auch das Ziel, wieder das Nationaltrikot zu tragen, steht auf seiner Liste. "Ich habe natürlich das Ziel diese Saison wieder das Nationaltrikot zu tragen", bekräftigt er.
Langfristig denkt er auch über die Zeit nach seiner aktiven Karriere nach. "Das Ziel ist es eigentlich ein nahtlosen Übergang zu haben", wenn er seine Karriere beendet. Er möchte etwas haben, worin er sich nicht lange einarbeiten muss. Ob Sport oder Kunst die größere Rolle spielen wird, lässt er offen, tendiert aber eher zum Sport. "Dann wahrscheinlich eher Sport, weil da das Netzwerk natürlich größer und mein Skillset mit Sicherheit auch", sagt er. Die Kunst bleibt aber ein wichtiger Teil seines Lebens, der ihm hilft, den Horizont zu erweitern und dem Eishockey eine gesunde Balance zu geben.
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