Connect with us

Neue Episode

Die Tour de France: Ein Blick hinter die Kulissen mit Autor Stephan Klemm

Stephan Klemm, ein erfahrener Sportjournalist und Autor, hat mit seinem Buch über die Tour de France ein echtes Standardwerk geschaffen. Er nimmt uns mit auf eine Reise durch die Geschichte und Gegenwart dieses legendären Radrennens, teilt persönliche Erlebnisse als Reporter und erklärt, was die Faszination der Tour ausmacht.

Wie alles begann: Die Entstehung eines Standardwerks

Stephan Klemm ist schon zum 17. Mal bei der Tour de France dabei, immer als Reporter. Er hat über die Jahre so viele Geschichten und Eindrücke gesammelt, dass er irgendwann dachte, das muss man einfach aufschreiben. Letztes Jahr hat er sich dann hingesetzt und in knapp drei Monaten alles gesammelt und aufgeschrieben. Er hatte dafür sogar ein Sabbatical von seinem Arbeitgeber bekommen.

Das Ergebnis: Ein 608 Seiten dickes Buch, das vom Verlag als „Standardwerk“ bezeichnet wurde. Klar, er hätte noch viel mehr schreiben können, aber ein gutes Lektorat hilft immer, den Text auf den Punkt zu bringen.

Geschichten, die die Tour schreibt: Legenden und Dramen

Die Tour de France ist voller unglaublicher Geschichten, auch wenn nicht immer alles zu 100 Prozent belegt ist. Früher wurde vieles für die Zeitungen ausgeschmückt.

Key Takeaways

  • Eugen Christoph: Ein französischer Fahrer, der 1913 in Führung lag, aber einen Gabelschaden hatte. Damals durfte man das Material nicht wechseln. Er musste eine Schmiede finden und seine Gabel selbst reparieren. Das Haus der Schmiede gibt es heute noch, mit einer Plakette.
  • Kurt Stöpel: Der erste deutsche Fahrer im Gelben Trikot (1932). Er hatte auf einer Etappe sieben Reifenpannen und musste alles selbst reparieren, teilweise sogar mit den Zähnen. Er schrieb später ein tolles Buch über seine Erlebnisse.

Die Tour de France aus Reporter-Sicht: Abenteuer und Entwicklung

Stephan war 1998 zum ersten Mal bei der Tour. Damals war alles noch ganz anders.

Früher (1998)

  • Kein Booking oder Airbnb für Zimmer. Man musste sich an die Organisatoren wenden oder in Touristenbüros gehen.
  • Keine Navis! Man musste sich mit Michelin-Karten zurechtfinden. Das war eine echte Herausforderung.
  • Texte wurden per Handy und Laptop übertragen, aber das Netz war oft schlecht. Manchmal musste er Texte diktieren, was bei Namen schwierig war.

Heute

  • Zimmer werden online gebucht.
  • Navis führen einen pünktlich ans Ziel.
  • Die Arbeit ist viel routinierter und angenehmer geworden.

Sein Französisch hilft ihm sehr, hinter die Kulissen zu blicken und an Geschichten zu kommen, die andere nicht bekommen.

Die Faszination der Tour: Warum sie so viele begeistert

Die Tour profitiert davon, dass sie im Juli stattfindet, also in der Ferienzeit. Viele Menschen haben dann Zeit, sie zu verfolgen. Die gesamte Strecke ist gesäumt von Zuschauern, die feiern und auf die Fahrer warten. Das ist bei anderen Radrennen oft nicht so.

Die Tour ist auch deshalb spannend, weil jeder Fahrer seine Bestform zeigen will, um eine Etappe zu gewinnen. Ein Etappensieg kann das Leben verändern. Ein weiterer großer Faktor ist die Landschaft Frankreichs. Viele schauen die Tour, um die schönen Orte und Schlösser zu sehen, auch wenn sie nicht viel vom Sport verstehen.

Vergleich mit anderen Rundfahrten

  • Vuelta: Oft trostlose Landschaften und skurrile Verläufe.
  • Giro d’Italia: Findet im Mai statt (außerhalb der Ferienzeit), oft schlechteres Wetter. Hat nicht das gleiche Ansehen wie die Tour, die es schon länger gibt (seit 1903, Giro seit 1909).

Revolution auf zwei Rädern: Die neue Streckenführung

Früher gab es viele „langweilige“ Flachetappen, wo Ausreißer kurz vor dem Ziel eingeholt wurden. Christian Prudhomme, der Tour-Direktor seit 2007, hat das geändert. Er will von Anfang an Spannung und Dramen.

Die Tour 2025 ist ein Meisterstück: Schon in der ersten Woche gibt es viele Hügel und harte Anstiege. Das sorgt dafür, dass die Top-Fahrer sich schon früh zeigen müssen. Auch die letzte Etappe in Paris wird anders: Statt nur auf den Champs-Élysées zu sprinten, geht es dreimal über den Montmartre. Das ist eine Idee, die von den Olympischen Spielen 2024 in Paris inspiriert wurde. Es wird ein Spektakel, auch wenn nicht alle Fahrer begeistert sind.

Die Stars von heute: Pogacar und die deutschen Hoffnungen

Tadej Pogacar: Er ist ein außergewöhnlicher Fahrer mit einem besonderen Instinkt und einer faszinierenden Endgeschwindigkeit. Trotz seiner Dominanz ist er sehr beliebt, weil er offen und freundlich ist. Aktuell hat er aber Probleme mit seinem Team, da wichtige Helfer ausgefallen sind.

Florian Lipowitz: Ein großes deutsches Talent. Er war früher Biathlet und ist erst später zum Radsport gekommen. Er ist ein herausragender Bergfahrer und hat schon beeindruckende Ergebnisse erzielt (Zweiter bei Paris-Nizza, Dritter bei der Dauphiné). Er ist ein Fahrer, der wieder Spannung in den deutschen Radsport bringen kann.

Das Leben eines Tour-Reporters: Zwischen Hetzerei und Planung

Stephan Klemm ist während der Tour ständig unterwegs, oft jeden Abend in einem anderen Hotel. Er versucht, Hotels so zu planen, dass er mehrere Nächte an einem Ort bleiben kann, besonders in den Pyrenäen, wo viele Etappen nah beieinander liegen (z.B. in Pau).

Sein Arbeitstag

  • Morgens zum Startort, um in der Mixzone mit Fahrern zu sprechen.
  • Danach ins Pressezentrum am Zielort. Dort gibt es WLAN und Fernseher, um das Rennen zu verfolgen.
  • Nach der Etappe Interviews mit dem Etappensieger und dem Träger des Gelben Trikots.
  • Text schreiben und dann zum nächsten Ort fahren.

Er fährt während der Tour locker 8000 bis 8500 Kilometer.

Tipps für Tour-Besucher: Das Spektakel hautnah erleben

  • Anreise: Frühzeitig anreisen, besonders wenn man einen Berg erklimmen möchte.
  • Am Berg: Am Fuß des Berges parken und mit Picknickkorb hochwandern. Viele Franzosen machen das und verbringen dort den Tag. Manche fahren schon Tage vorher mit Wohnmobilen hoch.
  • Im Zielort: Weiträumig parken und ein Stück zu Fuß gehen. Es kostet keinen Eintritt, aber wer zuerst kommt, steht am besten.
  • Werbekarawane: Vor den Fahrern kommt die Werbekarawane, ein bunter Umzug mit Musik und Giveaways (T-Shirts, Hüte, Süßigkeiten). Das ist ein Highlight für viele Zuschauer.

Blick in die Zukunft: Neue Projekte?

Ein Buch zu schreiben ist sehr aufwendig. Stephan überlegt sich gut, was sein nächstes Projekt sein wird. Er hat schon Ideen, möchte aber sicherstellen, dass er gut recherchieren und mit den richtigen Leuten sprechen kann. Er hofft, dem Radsport treu zu bleiben und irgendwann wieder etwas Schönes zu veröffentlichen.

Anzeige

Interviews

Podcasts

Mehr zu Neue Episode