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Basketball

Sven Schulze: „Deutschland kann sich bei der EM nur selber schlagen!“

Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft begeistert aktuell die Fans bei der Europameisterschaft. Vor 20 Jahren holte ein ähnliches Team überraschend EM-Silber in Serbien-Montenegro. Sven Schulze, damals Backup von Dirk Nowitzki, blickt im Podcast "Talkin‘ Basketball" auf dieses Ereignis zurück und analysiert die aktuelle EM.

Rückblick auf EM 2005: Silber mit Überraschungspotenzial

Sven Schulze erinnert sich an die EM 2005, bei der das deutsche Team als Außenseiter ins Turnier startete. Mit vielen personellen Sorgen und ohne klare Erwartungen, außer vielleicht dem Weiterkommen in die Zwischenrunde, entwickelte sich das Team Schritt für Schritt. Die Vorrunde fand unter schwierigen Bedingungen in Wirsball statt, mit schlechtem Essen und engen Zimmern. Doch gerade diese Umstände schweißten das Team zusammen und trugen zum Erfolg bei.

Schulze war damals der Backup für Superstar Dirk Nowitzki. Er beschreibt, wie er im Training versuchte, es Nowitzki so schwer wie möglich zu machen, um ihn auf die harten Spiele gegen andere Nationen vorzubereiten. Er genoss die Rolle und tat, was das Team brauchte, sei es Energie, ein hartes Foul oder ein getroffener Wurf. Der Teamgeist und der Zusammenhalt waren entscheidend für den Erfolg, eine Parallele, die Schulze auch in der aktuellen Mannschaft sieht.

Das Halbfinale gegen Spanien, das durch einen Wurf von Nowitzki entschieden wurde, war ein besonderer Moment. Im Finale gegen Griechenland war das Team jedoch chancenlos. Schulze erklärt, dass dies an der Erschöpfung einiger Spieler, insbesondere Nowitzki, lag, aber auch daran, dass kein anderer Spieler an diesem Tag herausstach, um das Team mitzureißen. Die griechische Mannschaft spielte zudem einen starken Tag und traf viele schwierige Würfe, während die Halle voller griechischer Fans war.

Die Feier nach dem Gewinn der Silbermedaille wird als legendär beschrieben, mit einer ausgelassenen Party auf einem Boot in Belgrad, bei der auch andere Mannschaften mitfeierten.

Analyse der aktuellen EM: Deutschlands Chancen und Spielstil

Sven Schulze ist begeistert von der aktuellen deutschen Mannschaft. Er lobt den schnellen Spielstil, bei dem versucht wird, in den ersten Sekunden einen Korberfolg zu erzielen. Die Mannschaft spielt mit hoher Intensität und großer Spielfreude, was auch bei den Fans gut ankommt. Schulze glaubt, dass Deutschland sich bei dieser EM nur selbst schlagen kann, wenn die Leistungsträger wie Franz Wagner und Dennis Schröder weiterhin so gut spielen und andere Spieler wie Maodo Lo oder Tristan Vukcevic ebenfalls Akzente setzen.

Er sieht Parallelen zum Teamgeist von 2005, wo der Zusammenhalt im Vordergrund stand. Die aktuelle Mannschaft wirke ebenfalls sehr eingeschworen.

Schulze analysiert auch die Überraschungen des Turniers, wie das Ausscheiden von Serbien und Frankreich. Bei Serbien sieht er die Ausfälle von Schlüsselspielern als Grund, während er bei Frankreich eine gewisse Arroganz vermutet. Die Finnen und Georgier hätten ihre Chancen gut genutzt.

Für das Spiel gegen Slowenien rät er, Luka Dončić müde zu machen, indem man schnell spielt und ihn in der Verteidigung zu mehr Einsatz zwingt.

Spieler im Fokus: Beeindruckende und enttäuschende Leistungen

Als beeindruckendsten Spieler des Turniers nennt Sven Schulze Lauri Markkanen aus Finnland, der trotz einer Niederlage gegen Deutschland eine herausragende Leistung zeigt. Er erinnert sich auch daran, mit Markkanens Vater bei TTL Bamberg gespielt zu haben.

Als enttäuschenden Spieler nennt er Vasilije Micić, der nicht in Topform sei. Auch bei Nikola Jokic sieht er, dass er zu viel machen musste, was ihn ermüdet hat.

Sven Schulze: Vom Spieler zum Coach und Familienmensch

Sven Schulze ist auch nach seiner aktiven Karriere dem Basketball verbunden geblieben. Er engagiert sich im Berliner Basketballverband, insbesondere im Mädchenbereich. Er gibt seine Erfahrungen gerne weiter und findet es wichtig, etwas zurückzugeben.

Als Coach legt er Wert auf Energie, Einsatz und klare Ansagen, aber immer mit einer positiven Grundhaltung. Er vergleicht die aktuelle Spielweise nicht mit seiner Zeit als Spieler, da sich das Spiel stark verändert hat, insbesondere in Bezug auf Athletik und Schnelligkeit.

Was seine Fernsehgewohnheiten angeht, ist Schulze emotional dabei, fiebert mit und ist voll involviert, wenn er Basketball schaut.

Bezüglich Alba Berlin sieht er einen großen Umbruch und ist gespannt, wie sich das Team unter dem neuen Trainer entwickeln wird. Er hofft auf Erfolg im europäischen Wettbewerb, auch wenn die Mannschaft finanziell kürzertreten muss.

Kulinarisch schwört Schulze auf Spaghetti Carbonara, die er nach seiner Zeit in Italien gelernt hat. Er kocht gerne mit seinen Kindern und nutzt Kochboxen, um neue Rezepte auszuprobieren.

Key Takeaways

  • Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft zeigt bei der EM einen schnellen und begeisternden Spielstil.
  • Sven Schulze sieht Parallelen zum Teamgeist der EM-Silbermannschaft von 2005.
  • Deutschland kann sich bei der EM nur selbst schlagen, wenn die Leistungsträger konstant abliefern.
  • Lauri Markkanen ist für Schulze der bisher beeindruckendste Spieler des Turniers.
  • Vasilije Micić enttäuscht Schulze bisher.
  • Die Feierlichkeiten nach dem EM-Silber 2005 waren legendär.
  • Schulze engagiert sich im Jugendbasketball und gibt seine Erfahrungen weiter.
  • Das Spiel hat sich in den letzten 20 Jahren stark verändert, ist schneller und athletischer geworden.
  • Alba Berlin steht vor einem großen Umbruch.

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